Immersive Learning

Seit Anbeginn der Zeit – so das grundsätzliche Postulat der Forschung von Pädagogik und Psychologie im Kontext von Immersion – werde die Fähigkeit zur Aneignung von Lerninhalten und die Fähigkeit zu Adaption durch die Wahrnehmung der Umgebungswelt, in Gleichzeitigkeit der Beanspruchung aller Sinne, erlangt. So werde ein Setting entworfen, das ein Wahrnehmen der Umwelt nicht nur im Fokus des primären Gesichtsfeldes, sondern mit allen Sinnen in gleichzeitiger Aufmerksamkeit alles Nebengeschehens bedingt.

Dies legt das Bestreben nahe, das Darstellungspotential von Immersion für pädagogische und didaktische Vermittlungskonzepte nutzbar zu machen.

Obschon sich Realisierungen von Immersive Art – Produktionen bislang vorwiegend im Bereich der Künste bewegen und hierfür sich der Fokus vor allem auf das gestalterische Potential richtet, beginnen akademische Institutionen – insbesondere in Bereichen wie Psychologie und Pädagogik – das Potential immersiver Techniken für die Forschung und Wissensvermittlung zu entdecken.

Die Möglichkeit, durch Immersion, mittels der Simulation virtueller Welten, Wissensinhalte zugänglich zu machen, vermöge – so die Forschungsthese – eine solche Form der Lernerfahrung zu bieten, die sich als Möglichkeit der kontextbezogenen Darstellung von Inhalten in all ihrer Komplexität fassen liesse. Diese grenzt sich von der Wissensvermittlung von isolierten Inhalten ab, wie sie insbesondere die seit dem 18. Jahrhundert etablierte Form des Frontalunterrichts bietet. Der besondere didaktische Nutzen dieses Darstellungspotentials von Inhalten, die auf allen Sinnesebenen in ganzheitlichem Erfahren erlebbar würden, wäre so hauptsächlich dahingehend zu verstehen, dass diese Form der Darstellung für alle Typen von Wissensaufnahme individuellen Zugang zu Lerninhalten ermögliche. Gleichermassen sorge die Eindrücklichkeit des simulativ erzeugten Erlebens für eine nachhaltige Abspeicherung des aufgenommenen Wissens und ermögliche den Lernenden einen intuitiven Wissenstransfer und Übertragung des Gelernten in andere Kontexte.

Eines der laufenden Projekte, die derzeitig in der Immersive Art Hall erarbeitet werden, ist das von Devon Miles, international als Videokünstler tätig und spezialisiert auf die Konzeption und Umsetzung immersiver Projekte und Arbeiten wie beispielsweise dem Kunstkraftwerk in Leipzig und insbesondere der Immersive Art Hall Schaffhausen, initiierte Forschungsprojekt ‹Immersive Learning: Gruppenorientierte Didaktik für Visualisierungstechnologien als Kernelement pädagogischer Konzepte für die digitale Gesellschaft›. Die Forschungsarbeit, die sich momentan in erster Entwicklungsphase befindet und in einem recht jungen Forschungsgebiet als eine weitere Pionierarbeit zu verstehen ist, ist interdisziplinär angelegt und entsteht in Zusammenarbeit mit diversen wissenschaftlichen Institutionen.